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Presseinformation vom
17. Februar 2006
Den ländlichen Raum weiter stärken

Produktion hochwertiger Nahrungsmittel, Bereitstellung erneuerbarer Energie und Tourismus helfen, die Zukunft des ländlichen Raumes zu sichern
Im europäischen Vergleich ist der ländliche Raum Österreichs von einer klein- und mittelbäuerlichen strukturierten Landwirtschaft geprägt: Lediglich 6 Prozent der österreichischen Betriebe liegen in einer Größenordnung von über 50 Hektar.
Unsere bäuerlichen Betriebe bewirtschaften insgesamt fast 80 Prozent des Bundesgebietes. Knapp zwei Drittel der Betriebe liegen im Berggebiet sowie in benachteiligten Regionen.

Unter diesen spezifischen Voraussetzungen sichern unsere Bauern knapp über 20 Prozent der heimischen Vollzeitarbeitsplätze im ländlichen Raum.

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Hinzu kommen die positiven wirtschaftlichen Effekte für andere Sektoren, die sich etwa durch den
Erhalt der Kulturlandschaft vor allem im Tourismus niederschlagen. Die österreichischen Bauern leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Vitalität der ländlichen Regionen.
Neben ihrer traditionellen Aufgabe als Produzent hochwertiger Lebensmittel stellen sich die bäuerlichen Betriebe immer mehr auch neuen Aufgaben, etwa im Bereich der erneuerbaren Energie und der nachwachsenden Rohstoffe.  Auf der Grundlage des Aktionsplans der EU-Kommission zur Biomasse soll die Rolle des Einsatzes erneuerbarer Energiequellen im Rahmen der GAP erörtert und eine Diskussion zum vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen lanciert werden.

In ganz Europa einzigartig ist das Umweltengagement unserer Bauern: in der Zeit von 2000 bis 2006 haben über ¾ der Betriebe mit fast 90 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche am agrarischen Umweltprogramm teilgenommen. Sie
entsprechen damit in hohem Ausmaß den Ansprüchen der heimischen Konsumentinnen und Konsumenten.
Die Sicherung einer flächendeckenden, naturnahen, bäuerlichen und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft in Österreich liegt vor diesem Hintergrund im gesamtgesellschaftlichen Interesse und ist damit für uns ein klarer Auftrag.

Investitions- und Regionaloffensive für den ländlichen Raum
Mit einem Plus von mehr als 30 Prozent wird durch die Investitionsoffensive ein spürbarer Impuls zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Wettbewerbfähigkeit bäuerlicher Betriebe gegeben:
Im Vergleich zu 95 Mio. Euro in der alten Periode stehen nun im Grünen Pakt für die Investitionsoffensive jährlich insgesamt rund 130 Mio. Euro zur Verfügung.
Zusätzlich zu den Mitteln aus der in der EU Verordnung vorgegebenen Achse 1 (Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft) werden Mittel aus der Achse 3 (Steigerung der Lebensqualität und Förderung der
Diversifizierung der Wirtschaft) herangezogen.
Nach voller Dotierung der Achse 2 (Verbesserung der Umwelt) in der Höhe von 80 Prozent verbleiben für die beiden anderen Achsen 1 und 3 jeweils 10 Prozent der Mittel.

Zusätzlich bietet die Regionaloffensive auch Unterstützungsmöglichkeiten für einen Adressatenkreis, der nicht nur Land- und Forstwirte umfasst. Gemeinden sowie nicht agrarische Klein- und Mittelbetriebe im ländlichen Raum können ebenfalls
unterstützt werden. In der vergangenen Periode mit 33 Mio. Euro dotiert, sind für diesen Bereich unter dem „Grünen Pakt“ insgesamt 74 Mio. Euro vorgesehen.
Beispiele für Maßnahmen in diesem Bereich sind die Förderung erneuerbarer Energien, insbesondere der Biomasse oder Vorhaben im Zusammenhang mit Naturschutz.
Auch für Kleinstunternehmen bietet das Programm Unterstützungsmöglichkeiten bei der Gründung und Entwicklung des Betriebes.
Mit dieser Maßnahme soll das Wirtschaftsgefüge gestärkt werden. Für den Tourismus ist die Unterstützung von Informationszentren, kleinen Infrastrukturen sowie die Entwicklung und Vermarktung von Tourismusdienstleistungen vorgesehen.

Österreichischer Agrarhandel profitiert von der EU und auch von der Erweiterung
Im Agrarhandel mit den neuen Mitgliedsländern zeigt sich eine erfreuliche Steigerung der Exporte. Wichtig dafür war die vor zwei Jahren gestartete Exportinitiative 1-24. Die bemerkenswertesten Ergebnisse des Exports in diese Länder sind Ausfuhrsteigerungen bei Milch und Rahm um 360%, bei Joghurt um 238%, bei Schweinefleisch um 92% und bei Würsten um 63%.
Die Förderung der neuen Mitgliedstaaten ist auch für Österreich ein Vorteil: Die neue Strukturförderung bringe dort ein BIP-Wachstum von ca. EUR 70 Mrd. Das bedeutet mehr als EUR 2 Mrd. zusätzliche Exporte für Österreich. Die Beitrittsländer haben einen gewaltigen Aufholbedarf im Umwelttechnikbereich. Österreichs Firmen sind hier führend und können davon profitieren. Das bringe auch im Inland mehr Beschäftigung, das WIFO prognostiziere dabei für Österreich zusätzlich 7.000 Arbeitsplätze jährlich oder 70.000 in zehn Jahren.

Besonders intensiv wird derzeit der österreichische Weg der Ländlichen Entwicklung vorbereitet, ein neues Paket für die Periode 2007 bis 2013 wird zur Zeit geschnürt. Fest steht, dass das Umweltprogramm ÖPUL und die Ausgleichszulage zentrale Elemente dieses Programms bleiben. Verstärkt werden die Bereiche Investitionsförderung, Bildung und Vermarktung. Sehr positiv ist auch, dass beim EU-Gipfel in Brüssel - entgegen den ursprünglichen Kürzungsplänen - für die Ländliche Entwicklung Mittel für Österreich im bisherigen Umfang gesichert werden konnten, während es in anderen Ländern weniger Geld geben wird.

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Foto/Grafik: Copyright DI Alois Rasinger, Abdruck im Zusammenhang mit dieser Presseinfo honorarfrei. Die Fotos stehen bei Bedarf auch in einer 6 oder 10- Megapixel-Qualität zur Verfügung. Bitte mail an den Fotografen

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