Hinzu
kommen die positiven wirtschaftlichen Effekte für andere Sektoren, die sich
etwa durch den
Erhalt der Kulturlandschaft vor allem im Tourismus niederschlagen. Die
österreichischen Bauern leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur
Vitalität der ländlichen Regionen.
Neben ihrer traditionellen Aufgabe als Produzent hochwertiger Lebensmittel
stellen sich die bäuerlichen Betriebe immer mehr auch neuen Aufgaben, etwa
im Bereich der erneuerbaren Energie und der nachwachsenden Rohstoffe.
Auf der Grundlage des Aktionsplans der EU-Kommission zur Biomasse soll die
Rolle des Einsatzes erneuerbarer Energiequellen im Rahmen der GAP erörtert
und eine Diskussion zum vermehrten Einsatz von Biokraftstoffen lanciert
werden.
In ganz Europa einzigartig ist das Umweltengagement unserer Bauern: in der
Zeit von 2000 bis 2006 haben über ¾ der Betriebe mit fast 90 Prozent der
landwirtschaftlichen Fläche am agrarischen Umweltprogramm teilgenommen. Sie
entsprechen damit in hohem Ausmaß den Ansprüchen der heimischen
Konsumentinnen und Konsumenten.
Die Sicherung einer flächendeckenden, naturnahen, bäuerlichen und
wettbewerbsfähigen Landwirtschaft in Österreich liegt vor diesem Hintergrund
im gesamtgesellschaftlichen Interesse und ist damit für uns ein klarer
Auftrag.Investitions- und Regionaloffensive für den ländlichen Raum
Mit einem Plus von mehr als 30 Prozent wird durch die
Investitionsoffensive ein spürbarer Impuls zur Stärkung der
Wirtschaftskraft und der Wettbewerbfähigkeit bäuerlicher Betriebe gegeben:
Im Vergleich zu 95 Mio. Euro in der alten Periode stehen nun im Grünen Pakt
für die Investitionsoffensive jährlich insgesamt rund 130 Mio. Euro zur
Verfügung.
Zusätzlich zu den Mitteln aus der in der EU Verordnung vorgegebenen Achse 1
(Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft) werden
Mittel aus der Achse 3 (Steigerung der Lebensqualität und Förderung der
Diversifizierung der Wirtschaft) herangezogen.
Nach voller Dotierung der Achse 2 (Verbesserung der Umwelt) in der Höhe von
80 Prozent verbleiben für die beiden anderen Achsen 1 und 3 jeweils 10
Prozent der Mittel.
Zusätzlich bietet die Regionaloffensive auch
Unterstützungsmöglichkeiten für einen Adressatenkreis, der nicht nur Land-
und Forstwirte umfasst. Gemeinden sowie nicht agrarische Klein- und
Mittelbetriebe im ländlichen Raum können ebenfalls
unterstützt werden. In der vergangenen Periode mit 33 Mio. Euro dotiert,
sind für diesen Bereich unter dem „Grünen Pakt“ insgesamt 74 Mio. Euro
vorgesehen.
Beispiele für Maßnahmen in diesem Bereich sind die Förderung erneuerbarer
Energien, insbesondere der Biomasse oder Vorhaben im Zusammenhang mit
Naturschutz.
Auch für Kleinstunternehmen bietet das Programm Unterstützungsmöglichkeiten
bei der Gründung und Entwicklung des Betriebes.
Mit dieser Maßnahme soll das Wirtschaftsgefüge gestärkt werden. Für den
Tourismus ist die Unterstützung von Informationszentren, kleinen
Infrastrukturen sowie die Entwicklung und Vermarktung von
Tourismusdienstleistungen vorgesehen.
Österreichischer Agrarhandel profitiert von der EU und auch von der
Erweiterung
Im Agrarhandel mit den neuen Mitgliedsländern zeigt sich eine erfreuliche
Steigerung der Exporte. Wichtig dafür war die vor zwei Jahren gestartete
Exportinitiative 1-24. Die bemerkenswertesten Ergebnisse des Exports in
diese Länder sind Ausfuhrsteigerungen bei Milch und Rahm um 360%, bei
Joghurt um 238%, bei Schweinefleisch um 92% und bei Würsten um 63%.
Die Förderung der neuen Mitgliedstaaten ist auch für Österreich ein Vorteil:
Die neue Strukturförderung bringe dort ein BIP-Wachstum von ca. EUR 70 Mrd.
Das bedeutet mehr als EUR 2 Mrd. zusätzliche Exporte für Österreich. Die
Beitrittsländer haben einen gewaltigen Aufholbedarf im Umwelttechnikbereich.
Österreichs Firmen sind hier führend und können davon profitieren. Das
bringe auch im Inland mehr Beschäftigung, das WIFO prognostiziere dabei für
Österreich zusätzlich 7.000 Arbeitsplätze jährlich oder 70.000 in zehn
Jahren.
Besonders intensiv wird derzeit der österreichische Weg der Ländlichen
Entwicklung vorbereitet, ein neues Paket für die Periode 2007 bis 2013 wird
zur Zeit geschnürt. Fest steht, dass das Umweltprogramm ÖPUL und die
Ausgleichszulage zentrale Elemente dieses Programms bleiben. Verstärkt
werden die Bereiche Investitionsförderung, Bildung und Vermarktung. Sehr
positiv ist auch, dass beim EU-Gipfel in Brüssel - entgegen den
ursprünglichen Kürzungsplänen - für die Ländliche Entwicklung Mittel für
Österreich im bisherigen Umfang gesichert werden konnten, während es in
anderen Ländern weniger Geld geben wird. |