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Presseinformation vom
31. Juli 2005
Gutensteiner Gespräche 2005

Zweitwohnsitzer beleben die Gemeinde, bringen aber den Kummunen oft wenig Geld
Die Bedeutung von Zweitwohnsitzer am Land war das Thema bei den Gutensteiner Gesprächen am 30. Juli 2005, die jedes Jahr als politisch-aktuelles Ergänzungsprogramm der Raimund-Festspiele stattfinden. Vertreter der Kultur, der Politik und der Medien waren bei der Podiumsdiskussion dabei. Die Veranstaltung wurde vom Forum Land, einer offenen Plattform für die Anliegen des ländlichen Raumes, organisiert.
Rund 17 Prozent der Niederösterreicher sind Zweitwohnsitzer, das sind immerhin mehr als 250.000 Personen. Die meisten davon haben ihren Hauptwohnsitz in Wien.
Dazu zählt auch der ehemalige Presse-Chefredakteur Thomas Chorherr. Als Vorteil nannte er, "dass man die persönlichen Kontakte viel mehr hält als in Wien".

Wohnsitz am Land ist oft beruflich bedingt
Die Gründe für einen Zweitwohnsitz sind unterschiedlich. Meist sei der Beruf in der Stadt ausschlaggebend dafür, so der Gutensteiner Bürgermeister Dietrich Bauer. Etwa ein Drittel der Gutensteiner sind Zweitwohnsitzer. "Wir haben die Gemeinde somit belebt, aber es ist auch ein finanzielles Problem, denn Geld bekommen wir nur für die Hauptwohnsitzer", so der Bürgermeister. Für einen Nebenwohnsitz erhalten die Gemeinden nämlich keinen einzigen Cent aus dem Finanzausgleich.
Der Finanzausgleich ist eine wesentliche Säule der Gemeindefinanzen.

Penz: "Zweitwohnsitzer bringen viele Vorteile, Finanzausgleich ist allerdings ungerecht"
Das sei ein großer Nachteil, erklärte der dritte Landtagspräsident Hans Penz. Man müsse dieses Thema diskutieren und zu einer Lösung finden, so Penz. Die Zweitwohnsitzer zahlen die gleichen Gebühren wie Hauptwohnsitzer, etwa für Kanal oder Müll und seien auch Konsumenten in der Region, stellt Penz, der auch Direktor des NÖ-Bauernbundes ist, weiter fest. Für den Ausbau von Straßen und andere infrastrukturelle Leistungen steht aber einer zweitwohnerstarken Gemeinde deutlich weniger Geld zur Verfügung als einer Gemeinde mit überwiegend Hauptwohnsitzern.

Preineder: "Gemeinden stärken heißt Finanzausgleich verbessern"
Als kleinste Einheit der lokalen Selbstverwaltung stelle die Gemeinde die wichtigste Basis für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung dar, so Nationalrat Martin Preineder in seinem Statement. Aus diesem Grund muss die Politik bei Betrachtung der finanzielle Basis der Gemeinden im ländlichen Raum in Zukunft auch den Zweitwohnsitzer berücksichtigen. Nur dadurch können den Bürgern neben den klassischen Gemeindeaufgaben verbesserte Gemeindestrukturen geboten werden, so Preineder abschließend.

 

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Die Podiums-Teilnehmer an den Gutensteiner Gespächen: Abg. zum NR Martin Preineder, 3. Landtagspräsident Ing. Hans Penz, Bürgermeisterin von Gutenbrunn, Adelheid Ebner, Thomas Chorherr, Ernst Wolfram Marboe, Bürgermeister von Gutenstein, Dietrich Bauer, Festspielstar Luzia Nistler, Radio Niederöstereich-Chefredakteur Roland Grasl, Abg. zum Nationalrat, Bürgermeister von Reichenau, Hans Ledolter
Podium und ein Teil des Forums im Gemeindezentrum von Gutenstein
Viele Teilnehmer an den Gutensteiner Gespächen nutzten die Gelegenheit und besuchten die Raimundspiele, die heuer "Moisasurs Zauberfluch" unter der Regie von Ernst Wolfram Marboe bieten. In der Hauptrolle als "Alzinde" Luzia Nistler

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Raimundspiele Gutenstein