IG-Milch-Protest gegen Molkerei kontraproduktiv

Presseinformation vom
21. April 2005

Wer der NÖM schadet, schadet den NÖ Milchbauern!

„Protestkundgebungen gegen den Milchverarbeiter sind der falsche Weg, um Verbesserungen bei der Milchpreispolitik zu erreichen“, stellt Landeskammerrat Martin Preineder anlässlich der Demonstrationen der IG Mich gegen die NÖM fest. Die 4.800 NÖM-Milchbauern distanzieren sich von den Methoden ihrer kritischen Berufskollegen, weil die niedrigen Produzentenmilchpreise kein österreichisches, sondern ein EU-Problem seien, so Nationalrat Preineder weiter. Eine Schwächung der nationalen Milchverarbeiter berge vielmehr das Risiko, dass der österreichische Markt zunehmend mit Billigprodukten aus dem Ausland überschwemmt werde. Bei der aktuellen Überschusssituation auf dem Milchsektor würde das eine weitere Gefährdung der Produzenten bedeuten.

Die gestrige Demonstration durch die IG Milch richte sich einmal mehr einseitig gegen die große Niederösterreichische Molkerei, gegen die NÖM. Dies, obwohl die Lieferanten der NÖM, vertreten durch die MGN (Milchgenossenschaft Niederösterreich) den Weg der NÖM mittragen und den Vertreter der MGN am letzten Samstag in einer demokratischen Abstimmung mit klarer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen wurde.

 Es gilt, auf breiter Basis für die Anliegen der Milchbauern einzutreten und alle Möglichkeiten von Preiserhöhungen bei Milch einerseits, aber auch Möglichkeiten der  Kostensenkung andererseits auszuschöpfen. In diesem Sinne sind die Ziele der IG-Milch auch zu unterstützen, der radikale Weg des Vereines und die Form des Protestes gegen den größten niederösterreichischen Milchverarbeiter  sei jedoch abzulehnen.
Die NÖM gehöre zu jenen Molkereien, die dem Handel nicht Produkte zu Dumpingpreise angeboten hätten und stets den österreichischen Durchschnittspreis ausbezahlt haben, betont Preineder abschließend.

NÖM-Generalbevollmächtigter Gerhard Schützner gab gestern bekannt, dass der Molkereikonzern der IG-Spitze unter anderem vorgeschlagen habe, bei Aktivitäten in Richtung besseren Milchpreis beim Handel zu kooperieren. Auch bei der Kennzeichnung österreichischer Lebensmittel sei eine Kooperation angeboten worden. 
Zudem schlug die NÖM vor, gemeinsam an einer österreichischen Lösung arbeiten zu wollen, um die Verkaufsaktivitäten der heimischen Molkereien für Milchbasisprodukte zusammenzufassen. Die NÖM habe der IG Milch auch angeboten, gemeinsam zu den Politikern zu gehen, sei es in Wien oder in Brüssel.

"Mehr können wir nicht tun", betonte Schützner. "Wir können nicht die 250 Mio. kg Milch, die in Österreich zu viel sind, verschwinden lassen. Und wir können auch nicht die Milchpreispolitik der EU ignorieren". Die Verantwortlichen der NÖM finden es jedenfalls befremdend, dass ausgesprochen vor der NÖM demonstriert wird, wo man sich doch stets für höhere Preise beim Handel eingesetzt habe, in den vergangenen Jahren 350 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden und den Bauern der österreichische Durchschnittspreis für die Milch garantiert werde.

 Um das Interesse an heimischen Milchprodukten zu erhöhen, wurde bereits im Vorjahr vom Bauernbund eine Aktion in den Bezirken Wiener Neustadt und Neunkirchen umgesetzt. Auf Initiative von Abg. zum Nationalrat Martin Preineder und mit Unterstützung von NÖM und MGN wurden 15.000 Infofolder zur Produktkennzeichnung im Handel unter dem Titel „Wissen Sie, was Sie essen?“ verteilt, die auf reges Interesse bei den Konsumenten gestoßen sind.

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Aktion 2004: "Wissen Sie, was Sie essen ?"