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Umsetzung der EU-Richtlinie: 500.000 Tonnen Biokraftstoff bis 2008

Presseinformation vom
1. Oktober 2004
Biokraftstoff-Beimischung schafft bis zu 8.000 Arbeitsplätze

Jüngste Untersuchungen bestätigen deutliche Reduzierung von Schadstoffen
Den Beschluss der Bundesregierung, die EU-Biokraftstoff-Richtlinie in Österreich rascher und noch dazu engagierter als die EU dies vorschreibt, umzusetzen, bezeichnete Martin Preineder, Obmann des Ausschusses für Energiefragen in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, als „positives Signal für Umwelt und Arbeitsplätze“. Und weiter: „Die Produktion von 1000 Tonnen Biotreibstoff schafft 16 Arbeitsplätze. Die Endausbaustufe im Jahr 2008 sieht eine Menge von 500.000 Tonnen Biokraftstoff, davon 319.000 Tonnen Biodiesel und 179.000 Tonnen Biosprit, vor. Das bedeutet die Schaffung von insgesamt 8000 neuen Arbeitsplätzen vor allem in den ländlichen Regionen.“

Preineder kritisierte in diesem Zusammenhang Äußerungen, wonach die verpflichtende Beimischung von Biotreibstoffen eine „reine Bauernförderung mit bedenklicher Umweltbilanz“ sei. Wörtlich: „Ich verstehe nicht, wie man angesichts eines Ölpreises von mehr als 50 Dollar pro Fass und der stetig zunehmenden Umweltkatastrophen den Einsatz von Biotreibstoff mit schon längst widerlegten Zahlen und Fakten verteufeln kann. Wer angesichts der Krisen und Kriege die täglich unsicherer werdende Versorgung mit Erdöl nicht zur Kenntnis nimmt und sich nicht einmal den Einsatz von einigen wenigen Prozent Biodiesel und Biosprit vorstellen kann, der hat offenbar die Ignoranz zum Lebensprinzip erhoben.“

Bekanntlich hat der Ministerrat beschlossen, die EU-Biokraftstoff-Richtlinie, die für 2005 eine Beimischung von 2 % und für 2010 eine von 5,75 % Biokraftstoffen vorsieht, bereits ab dem Oktober 2005 mit einem Beimischungssatz von 2,5 % und ab 2008 einen von 5,75 % im Rahmen der Kraftstoff-Verordnung umzusetzen.

Untersuchungen belegen positive Umwelt-Wirkung
In einem vom Joanneum Research und der Technischen Universität Graz im Vorjahr durchgeführten „Vergleich von biogenen mit fossilen Treibstoffen“ werden die Folgen des Einsatzes von Biotreibstoffen positiv beschrieben:
· Nach vollendeter Umsetzung der EU-Biokraftstoff-Richtlinie in Österreich im Jahr 2008 beträgt die durchschnittliche Reduktion von Treibhausgas-Emissionen etwa 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr.
· Die Reduktionskosten betragen ca. 390 Euro pro vermiedener Tonne CO2.
· Der Flächenbedarf für die Erzeugung dieser Mengen wird mit etwa 217.000 Hektar angegeben. Derzeit sind von den 1,4 Millionen Hektar Ackerflächen in Österreich rund 100.000 Hektar als Brache stillgelegt.
· Als Nebeneffekt entstünden aus der Produktion im Jahr in etwa 460.000 Tonnen Futtermittel aus nach wie vor gentechnikfrei angebauten Rohstoffen. Derzeit importiert Österreich rund 600.000 Tonnen Eiweißfuttermittel.

Auch die Gesamt-Umweltbilanz, so Preineder, sei positiv. „Zum einen zeigen die Bio-Treibstoffe natürlich geringere Treibhausgas-Emissionen als fossile Treibstoffe. Zum anderen ist die Bilanz selbst dann positiv, wenn man alle bei der Herstellung der biogenen Treibstoffe anfallenden Emissionen, die beispielsweise aus der Stickstoffdüngung am Feld entstehen können, aufrechnet. Hier sagt die Wissenschaft deutlich, dass diese Emissionen durch die Vermeidung der fossilen CO2-Emissionen bei der Nutzung der Fahrzeuge überkompensiert werden. Die Kritiker sollten endlich aufhören, längst widerlegte Uraltstudien zu zitieren, sondern sich aktuelles Forschungsmaterial besorgen. Und dieses sagt ganz deutlich, dass Biotreibstoffe neben allen anderen positiven Wirkungen auch für Umwelt und Gesundheit vorteilhaft sind“, so Preineder abschließend.

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Landwirte als Energiewirte: Lohnunternehmer Johann Glatz aus Stang bei Kirchschlag in der Buckligen Welt erntet seit September 2004 mit einem Field Shuttle System von Claas. Mit dem 6 Meter breiten Schneidwerk können Mais, Gras und Ganzpflanzen rasch, energiesparend und kostengünstig geerntet werden. Die Ernte wird beispielsweise in Biogasanlagen der Buckligen Welt verarbeitet. Aber auch für viehhaltende Betriebe steht der Lohnunternemer zur Verfügung.
Foto:  Lohnunternehmer Johann Glatz, Abg. zum Nationalrat Martin Preineder, Maislieferant Landwirt Vizebgm. von Katzelsdorf, Herbert Böhm

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Österr. Biotreibstoff-Institut