Preineder: Für mehr Versorgungssicherheit Ökostrom-Anteil rasch anheben:

Presseinformation vom 
2. September 2003

Höherer Ökostromanteil bringt mehr Versorgungssicherheit

Präsidentenkonferenz bezeichnet Energie aus Biomasse als einzige verlässliche und gleichzeitig umweltfreundliche Energiequelle

Wien (präko, 2. September 2003). "Dieser Hitze- und Trocken-Sommer hat deutlich vor Augen geführt, dass Energie aus Biomasse die einzige verläßliche und gleichzeitig umweltverträgliche Form der Energiegewinnung ist. Atomkraftwerke mussten wegen fehlender Kühlung abschalten, Wasserkraftwerke ihre Produktion wegen anhaltender Trockenheit stark drosseln und die Umwelt belastenden Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe sind keine Alternative. Ein nachhaltiges Mehr an Versorgungssicherheit kann deshalb nur durch eine Steigerung des Ökostrom-Anteiles erfolgen. Dazu ist es aber nötig, das Ökostromziel von derzeit vier auf mindestens sechs, besser noch acht Prozent anzuheben. Damit könnte gleichzeitig ein gewaltiger Schritt in Richtung Erreichung des Kyoto-Zieles, also der Reduktion der CO2 Emissionen, gesetzt werden. Die Kosten für die Anhebung des Ökostromzieles halten sich hingegen in engen Grenzen. Derzeit liegen sie bei einem, bei einem 6% Ziel würden sie bei drei Prozent der Stromrechnung für einen durchschnittlichen österreichischen Haushalt liegen", stellte der Obmann des Ausschusses für Energiefragen in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Martin Preineder fest.

Wie sieht die Kostenseite konkret aus? Die größten Kostenfaktoren in der Stromrechnung machen der Netzpreis (43%) bzw. die Steuern und Abgaben (34%) aus. Der Kostenanteil für die Energie, also den Strom, liegt bei 23%. Der Zuschlag für den Ökostrom selbst fällt unter die Sparte "Steuern und Abgaben", wobei in dieser Sparte wiederum die Umsatzsteuer mit etwa 17% (der Gesamtkosten) und die Elektrizitätsabgabe mit 11% (der Gesamtkosten) den größten Anteil haben. Die tatsächlichen Kosten für den Ökostromzuschlag liegen derzeit bei etwa einem Prozent der Gesamtkosten.

Eine Anhebung des Ökostromziels von derzeit 4% auf 6% (das sind 3.570 GWh) würde eine zusätzliche Fördersumme von etwa 88,7 Millionen Euro bzw. einen Zuschlag von 0,411 Cent/kWh ausmachen. Für einen durchschnittlichen Haushalt beträgt der Anteil dann in etwa 3% der Stromrechnung.

Hoher Anteil der Ökostromanlagen am Erreichen des Kyoto-Zieles
"Ökostromanlagen haben einen enorm hohen Anteil am Erreichen des Kyoto-Zieles. Österreich muss bis zum Jahr 2013 insgesamt 17 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent einsparen. Das derzeit gültige 4%-Ökostromziel leistet dazu einen CO2-Einsparungs-Beitrag von 6,5%, nach der Anhebung, wie von der bäuerlichen Interessenvertretung gefordert, würde dieser Beitrag auf 10,5% steigen. Schon im Interesse des Klima- und Umweltschutzes, aber auch zur Erhöhung der österreichischen Versorgungssicherheit verlangen wir daher die dringende Umsetzung unseres Anliegens", so Preineder weiter.

Versorgungssicherheit durch Strom aus Biomasse
"Die Erzeugung von Strom aus Biomasse ist im Gegensatz zur Wasserkraft und den Atomkraftwerken vom Pegelstand der Flüsse bzw. den Außentemperaturen völlig unabhängig. Sie garantiert daher auch in Krisenzeiten eine außergewöhnlich hohe Versorgungssicherheit. Die dezentrale Erzeugungsform der Biomasse weist nicht nur eine nur geringere Störungsanfälligkeit auf sondern steht in Österreich auch in großen Mengen zur Verfügung", setzte Preineder fort.

Österreichs Wälder haben einen jährlichen Zuwachs von 27 Millionen Festmeter im Jahr. Von dieser Menge werden nur 19 Millionen fm genutzt. Der Holzvorrat wächst daher jährlich um rund acht Millionen fm. Bereits die Hälfte dieses Rohstoffvorrates würde genügen, um 1.500 Gigawattstunden Strom aus Biomasse zu erzeugen (4 Prozent Strom aus Biomasse entsprechen 2.200 GWh). 

"Die Stromproduktion aus Biomasse steht das ganze Jahr über je nach Bedarf flexibel zur Verfügung und leistet als heimischer Rohstoff einen Beitrag zur Reduktion von Stromimporten und zur Erhöhung der Wertschöpfung. Selbst ein ausgebautes europäisches Verbundnetz kann, wie der heurige Sommer gezeigt hat, keine Versorgungssicherheit garantieren. Daher ist es umso wichtiger, zügig den Anteil des Ökostroms aus Biomasse an der Gesamtstromerzeugung anzuheben", so Preineder abschließend.

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Dr. Tanja Daumann Bio-Energie-Expertin der Präsidentenkonferenz -Download

Abg. zum Nationalrat Martin Preineder Martin Preineder und Dkfm. Ernst Scheiber Dr. Tanja Daumann, Energieexpertin der Präsidentenkonferenz

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Österreichischer Biomasse-Verband