Der Österreichische Biomasse-Verband lud vor kurzem eine hochrangige
österreichische Expertengruppe mit Abgeordnetem zum Nationalrat Martin
Preineder an der Spitze zu einer Exkursions nach Schweden ein.
Ziel waren die neuesten Projekte am Biotreibstoffsektor mit Schwerpunkt
Biogas. Die Delegation setzte sich auf der einen Seite aus politischen
Vertretern des Parlaments, des Lebensministeriums, der
Niederösterreichischen Landesregierung und der Landwirtschaftskammer
Österreich zusammen. Von Seiten der Gasindustrie waren OMV und Erdgas OÖ,
für den Forschungsbereich das Umweltbundesamt und die Universität für
Bodenkultur Wien vertreten. Von der Praktikerseite her haben
Biogasanlagenbetreiber sowie die Fachleute der
Biogasinteressenvertretungen teilgenommen. |
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Die rund 200 schwedischen Biogasanlagen produzieren jährlich etwa 1.400
Megawattstunden Energie. Etwa 10 % davon werden zur Zeit als Treibstoff
eingesetzt.
Damit werden rund 5.300 Fahrzeuge - überwiegend von öffentlichen Stellen
oder Firmen betrieben.
Biogas als Treibstoff ist in Schweden steuerlich begünstigt, der
Verbraucher fährt billiger mit erneuerbarer Energie.
Foto: Walter Böhme (OMV), Martin Preineder, Margareta
Persson (Swedish Gas Center), Josef Boxberger (BOKU Wien),
Ernst Scheiber, Josef Plank |
Da nur im südlichsten Teil von Schweden ein Erdgasnetz vorhanden ist, wird
in den anderen Regionen nur Biogas verwendet. Rund 200 Biogasanlagen
gibt es in Schweden, davon werden 60 % mit Abwasser, 30 % aus Deponien
und nur 10 % der Anlagen werden mit organischem Abfall („grüne Tonne“
bzw. Wirtschaftsdünger) betrieben. Letztere werden aber in den nächsten
Jahren zunehmen.
In 17 Städten wird nur Biogas verwendet. 49 Gastankstellen (Erd- und
Biogas) und rund 5.300 mit Gas betriebene Fahrzeuge gibt es in Schweden.
In Südschweden gibt es ein flächendeckendes Netz von Gastankstellen,
wobei ein Zapfsäulenbetreiber einen Exklusivvertrag hat. Eine Bezahlung
mit Kreditkarte ist (meist) nur bei der Zapfsäule des
Zapfsäulen-betreibers möglich; für andere benötigt man eine Karte des
lokalen Anlagenbetreibers.
Die Hauptbetreiber bei der Einführung von Biogas als Treibstoff waren
Städte, die zum Teil ihre Busflotten mit Biogas betreiben. Bei allen
besichtigten Biogasaufbereitungsanlagen waren Städte/Gemeinden
mitbeteiligt.
Ab September 2005 wird auch ein Zug mit Biogas betrieben werden. Für
2010 ist eine Verzehnfachung der Produktion von Biogas als Treibstoff
und eine Verdoppelung der Gastankstellen auf rund 100 Stück geplant.
Die Besteuerung von Biogas beträgt 0 €/kWh; für Erdgas 1 Cent/kWh (im
Vergleich dazu für Diesel 5 Cent/kWh; für Benzin 7 Cent/kWh). Als
weitere Anreize gibt es einen Zuschuss beim Autokauf (50 % der
Mehrkosten) und keine Parkgebühren in vielen Städten. Bezogen auf den
Energiewert liegt der Preis für Biogas um ca. 30 % niedriger als für
Benzin.
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