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Treibstoffalternative: Biogas macht mobil

Veredeltes Biogas auch als Treibstoff für Fahrzeuge verwendbar

„Der Ölpreis hat mit mehr als 60 Dollar pro Barrel eine neue Rekordmarke erreicht und Experten sehen noch lange kein Ende der Verteuerung. In dieser Situation wird der beschleunigte Umstieg auf Energie aus Biomasse zum Gebot der Stunde. Eine Voraussetzungen dafür hat der Landwirtschaftsminister mit der Biokraftstoffverordnung geschaffen, die die Beimengung von Biodiesel und Bio-Alkohol zum fossilen Treibstoff vorsieht“, stellte Martin Preineder, Obmann des Energie-Ausschusses der Landwirtschaftskammer Österreich fest.
Als positives Beispiel nennt Preineder in diesem Zusammenhang die erste Biogas-Einspeisung in das bestehende Erdgas-Leitungsnetz in Oberösterreich. In Pucking (OÖ) wird seit kurzem gereinigtes Biogas in einer Menge von rund 40.000 Kubikmeter in das Gasnetz der oberösterreichischen Gasversorger eingespeist.
„Veredeltes Biogas erweitert die Basis unseres heimischen Energieaufkommens. Es kann nämlich nicht nur zur Wärmeerzeugung oder zur Beleuchtung eingesetzt werden, sondern auch als Treibstoff für Fahrzeuge oder in Brennstoffzellen Verwendung finden.
„Wir müssen nun alles daran setzen, mit Partnern aus der Wirtschaft rasch den Umstieg aus der fossilen in die nachwachsende Energie- und Rohstoffaufbringung zu schaffen. Das hat nicht nur handfeste ökologische Vorteile, das rechnet sich auch ökonomisch. Aus diesem Grund sollten auch umgehende tragbare Spielregeln für die Erzeugung von Ökostrom in Österreich verabschiedet werden. Die Bauern jedenfalls sind bereit, die Herausforderung anzunehmen und in diese neue Schiene als Energiewirte einzusteigen“, stellte Preineder abschließend fest.

Biogas macht mobil - Vortragszusammenfassung vom 11. Mai 2005

Das Umweltbundesamt organisierte am 11. Mai 2005 eine eintägige Veranstaltung "Biogas macht mobil" im Festsaal der Kommunalkredit in Wien. Themen waren die technischen Möglichkeiten, Potenzial, rechtliche Voraussetzungen und Umweltrelevanz dieser Treibstoffalternative. Internationale und nationale ReferentInnen gaben den etwa 100 interessierten ZuhörerInnen die aktuellsten Informationen bezüglich Biogas im Verkehrsektor. Die Vorteile liegen dabei nicht nur in einem aktiven Umweltschutz.

In seiner Begrüßung betonte der Geschäftsführer des Umweltbundesamt, Mag. Georg Rebernig die ökologischen Vorteile von Biogas im Verkehrssektor. Der Einsatz von Biogas im Verkehrssektor ist mittlerweile international eine erprobte Alternative. Biogas ermöglicht eine Reduktion von Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen und kann einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Biokraftstoffrichtlinie leisten.

Biokraftstoffrichtlinie als gesetzlicher Rahmen
Bis zum Jahr 2020 sollen in der Europäische Union 20% der herkömmlichen Kraftstoffe im Straßenverkehr durch alternative Kraftstoffe ersetzt werden. Mit der Biokraftstoffrichtlinie wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Biokraftstoffen geschaffen. Sie wurde im November 2004 in nationales Recht umgewandelt. Demnach sollen in Österreich ab 2008 5,75% der fossilen Kraftstoffe (Diesel und Benzin) durch Biokraftstoffe ersetzt werden, sagt DI Helfried Gartner vom Lebensministerium.

"Sauberer" Kraftstoff Biogas
DI Stefan Salchenegger vom Umweltbundesamt referiert über die Ergebnisse der Studie "Biogas im Verkehrssektor - Technische Möglichkeiten, Potenzial und Umweltrelevanz", die im Auftrag des BMVIT erstellt wurde.
Die Berechnungen mit dem Handbuch der Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs und GEMIS – Österreich zeigen für den Kraftstoff Biogas deutliche Verbesserung bei den Treibhausgasemissionen gegenüber den Kraftstoffen Erdgas und Diesel. Die Luftschadstoffe weisen ein heterogenes Bild auf. Die betrachteten Luftschadstoffemissionen variieren je nach eingesetztem Substrat und den dazugehörigen Prozessen zur Biogasproduktion.

 

Potential Biogas in Österreich
Prof. Thomas Amon von der Universität für Bodenkultur ortet großes Potential für die Herstellung von Biogas in Österreich, wobei auch der Bauer selbst mit der Wahl des Erntezeitpunktes entscheidend auf den Methanertrag pro Hektar einwirken kann.

Dr. Werner Ahrer (Profactor) zeigte anhand eines Projektes in der Nähe von Linz, dass es auch in Österreich möglich ist, aufbereitetes Biogas in ein lokales Erdgasnetz einzuspeisen. Durch eine Einspeisung steigen auch die Chancen für Biogas als Kraftstoff. Diese Meinung teilt DI Josef Plank von der steirischen Landwirtschaftskammer. "Sobald ein Markt für Biogas vorhanden ist, wird es auch von unseren Bauern produziert", so DI Plank.

Dr. Andreas Dorda (BMVIT) und Dr. Klaus Frühmann (Kommunalkredit Austria) berichteten über die Förderungen für Biogas in Österreich.

DI Hartmut Heidinger (OMV) sieht kein Problem für den Einsatz von Biogas als Treibstoff, da in der chemischen Zusammensetzung kein Unterschied zwischen Erdgas und aufbereitetem Biogas besteht.

Praxisberichte von Margareta Persson (Schweden) und Dr. Arthur Wellinger (Schweiz) zeigten die problemlose Anwendung des erneuerbaren Kraftstoffes. In Schweden wird Biogas in erster Linie im öffentlichen Verkehr eingesetzt.  In der Schweiz profitiert hingegen der Individualverkehr von diesem importunabhängigen Kraftstoff.

Stand der Erdgastechnologie
Die Busflotte der Wiener Linien wird auch in näherer Zukunft mit Flüssiggas betrieben. Laut DI Peter Wiesinger ist ein Umstieg auf Erdgas (Biogas) zur Zeit nicht geplant.

Die Vertreter der Automobilindustrie Mag. Norbert Sattler (Opel) und Ing. Johann Holzinger (FIAT) stellten serienmäßig verfügbare Gasfahrzeuge vor. Die Freigabe für den Biogaseinsatz in Kraftfahrzeugen von Opel  ist, im Gegensatz zu FIAT, bei vorgeschriebener Qualität gegeben.  Der Geschäftsführer des Unternehmens C & K Taxi Jörg Hick betonte die ökonomischen Vorteile von Erdgasfahrzeugen. Die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Benzinfahrzeugen werden durch den günstigeren Betrieb in wenigen Monaten "eingefahren".

Die Informationen über die Tagung stammen von der Seite des Umweltbundesamtes

homepage von NR Martin Preineder

Download Vortragsunterlagen (Umweltbundesamt)